Drum Replacement

Ergänzen Sie Ihre Mischung um zusätzliche Klangnuancen oder triggern Sie Ihre besten Samples für einen mächtigen Schlagzeug-Sound.

Wir kennen es alle: Stundenlang und bis in die Nacht aufgenommen – der Take sitzt. Am nächsten Morgen dann das große Erwachen: Übermüdung spielte unseren Ohren einen Streich, der Klang ist furchtbar! Wir haben die Fehler der Aufnahme von letzter Nacht schlichtweg nicht gehört. Bevor wir nun aber wertvolle Zeit für eine erneute Aufnahme verwenden, greifen wir zum Drum Replacement und versuchen den Take zu retten. Um in dieser Situation optimal gewappnet zu sein, widmen wir uns heute ausgiebig dem Ersetzen und Anfetten von Drums nach der Aufnahme.

Hören Sie sich zunächst folgende Schlagzeugaufnahme an

 

Für diesen Workshop wollen wir den Snare-Sound der Aufnahme modifizieren.

1.Schritt: Schalten Sie die Snare-Spur auf „Solo“ und achten Sie auf die übersprechenden Signalanteile.

 

Zunächst wollen wir die Spur so weit wie möglich von Übersprechen säubern, damit nicht versehentlich Fehlerkennungen von Snare-Schlägen in der MIDI-Triggerspur auftreten.

2. Schritt: Um das Übersprechen auf der Snare-Spur zu beseitigen, insertieren wir das eFX_Gate als Plug-in, wählen die Voreinstellung „Snare Cleanup“ und passen den Threshold dahingehend an, dass alle Snare-Schläge weiterhin zu hören sind, während die übersprechenden Signalanteile vom Gate nicht mehr durchgelassen werden.

 

3. Schritt: Nun wollen wir eine MIDI-Triggerspur für den neuen Snare-Sound erstellen. Dazu aktivieren wir zunächst das Snare-Audioobjekt und öffnen den Audioquantisierungsassistenten über das Menü „Objekt“ > „Quantisierung“ > „Audioquantisierungsassistent“.

4. Schritt: Transienten stellen die impulshaften akustischen Einschwingvorgänge des Signals dar. Stellen Sie unter „Transienten bestimmen“ die Empfindlichkeit so ein, dass jeder Snare-Schlag mit einem Beat-Marker (AQ) gekennzeichnet ist, indem Sie den Regler für „Empfindlichkeit“ soweit nach rechts ziehen,

bis vor allen Transienten ein rot umrandetes „AQ“ auftaucht.

5. Schritt: Nun wollen wir die Beat-Marker (AQ) als MIDI-Trigger für unser Drum-Replacement auf eine neue Spur übertragen. Wir rufen also für das ausgewählte Snare-Objekt die Menüfunktion „Objekt“ > „Quantisierung“ > „Erweiterte Audio-Quantisierung“ > „MIDI-Trigger aus Transienten erzeugen“ auf.

Wie Sie sehen, ist unter der Snare-Audiospur eine neue MIDI-Spur mit dem Namen „Trig Snare“ entstanden,

in der die erkannten Transienten als MIDI-Events dargestellt sind.

6. Schritt: Als Klangerzeuger für unsere MIDI-Trigger-Spur wählen wir im Track Editor unter „MIDI“ > „Out“ das Vita Solo Instrument „Rock Drums“ > „Rock Drums Stadium“.

7. Schritt: Öffnen Sie nun den MIDI-Editor per Doppelklick auf das MIDI-Objekt und schalten Sie auf Drum Editor um, indem Sie auf die entsprechende Schaltfläche klicken.

Hören Sie sich die getriggerten Noten an. Wenn die erstellten Trigger-Events nicht als Snare erklingen, wählen Sie alle aus (Strg + A) und schieben Sie diese mittels „Pfeil nach oben“- bzw. „Pfeil nach unten“-Tasten auf den gewünschten Trigger-Sound.

 

8. Schritt: Kontrollieren Sie das Timing von Original- und Triggerspur und schieben Sie das Triggerspur-Objekt entsprechend nach vorne oder nach hinten, bis der Sound von Original- und Triggerspur sich optimal ergänzen.

In unserem Beispiel platzieren wir die Trigger-Events etwas vor den Anschlägen der Audiospur, weil die Triggersignale im Vordergrund stehen sollen und wir keinen Flam-Effekt hören wollen, der dann entstehen würde, wenn das leisere Signal vor dem lauteren einschwingen würde.

9. Schritt: Mischen Sie nun die beiden Snare-Sounds zusammen. Damit der Lautstärkeregler der Triggerspur auch deren Audiosignal steuern kann, führen Sie einen Rechtsklick auf den Fader im Spurkopf aus und wählen die Option „Audiolautstärke und MIDI-Velocity“.

10. Schritt: Schließlich stimmen Sie den Klang der beiden Snare-Sounds mittels EQ aufeinander ab. Empfehlenswert wäre beispielsweise, das Originalsignal im Grundtonbereich bei 150 Hz etwas auszudünnen, damit sich die beiden Snare-Klänge im Low-End-Bereich nicht in die Quere kommen.

 

Natürlich können Sie die Snare-Signale von hier aus nach allen Regeln der Mischkunst weiter verfeinern.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Optimieren Ihrer Schlagzeugaufnahme.

Ihr Samplitude-Team