Gitarre im Mix

Zähmen Sie zerrende Gitarren und platzieren Sie diese optimal neben Schlagzeug und Gesang im Mix.

Elektrische und akustische Gitarren nehmen von Natur aus einen Großteil des Frequenzspektrums ein. Um sie optimal in der Mischung zu platzieren, ohne ihr Klangbild zu verlieren, müssen beide sinnvoll begrenzt werden. Damit Ihre Soli auch auf Platte Ihr Publikum an die Wand spielen, widmen wir uns dieses Mal der optimalen Bearbeitung von Gitarren.

Gitarren spielen im Mix eine entscheidende Rolle, wenn es um die Betonung von Harmoniestruktur und Melodie geht. Abhängig vom Musikstil variieren die Klangeigenschaften des Gitarren-Sounds dabei erheblich. Darüber hinaus weisen verzerrte Gitarren ein anderes Klangbild als cleane oder Akustikgitarren auf.

Dennoch können Sie sich bei der Frequenzbearbeitung für den Gitarrenklang auch an einige allgemeine Richtlinien halten.

So liegt die Grundfrequenz einer Gitarre im Bassbereich bei 80 Hz. Unter 60 Hz können Sie getrost einen Lo-Cut-Filter setzen. Dadurch freuen sich Kick und Bass im Mix über mehr Platz zur Entfaltung.

 

Mehr Wärme erreichen Sie, indem Sie den Frequenzbereich zwischen 125 und 300 Hz hervorheben.

 

Zwischen 500 und 800 Hz sorgen Sie für mehr oder weniger Durchsetzungskraft.

 

Den knackigen Anschlag, Präsenz sowie mehr Aggressivität stellen Sie dagegen zwischen 3 und 5 kHz heraus.

 

Die Höhen über 11 kHz schließlich können Sie mittels Hi-Cut-Filter großzügig beschneiden.

 

EQ-Empfehlungen für E-Gitarren

 

Tiefbassbereich unter 80 Hz: Lo-Cut
Untere Mitten 125 - 300 Hz (Wärme): +4dB
Mittlere Mitten 500 - 800 Hz (Präsenz): +2dB
Mittlere Höhen 3 - 5 kHz (Biss): 3dB
Superhochtonbereich über 11 kHz: Hi-Cut

 

Beachten Sie bitte, dass die E-Gitarre dazu tendiert, den größten Teil des Frequenzspektrums zu dominieren. Im Hinblick auf den Gesamtmix ist es deswegen oftmals angebracht, einzelne Frequenznischen dort zu schaffen, wo andere Instrumente ihre charakteristischen Merkmale besonders ausprägen sollen. Senken Sie beispielsweise bei den Frequenzbereichen schmalbandig ab, die Sie im Gesang hervorheben wollen (z.B. bei 1,5 kHz, 3,3 kHz und 7,5 kHz).

Falls der Gitarren-Sound dazu neigt zu dröhnen, senken Sie bei 500 Hz etwas ab. Klingt die Gitarre dagegen zu schrill, nehmen Sie zwischen 2 und 4 kHz etwas Biss heraus.

EQ-Empfehlungen für Akustik-Gitarre

 

Tiefbassbereich unter 60 Hz: Lo-Cut
Untere Mitten 80 - 300 Hz (Wärme/Volumen): +4dB
Mittlere Mitten 500 - 800 Hz (Präsenz): +2dB
Mittlere Höhen 3 - 5 kHz (Biss): +3dB
Obere Höhen 6 - 10 kHz (Brillianz): +4dB (Shelving)

 

Achten Sie bei der Klangbearbeitung darauf, übermäßige Korrekturen zu vermeiden, da das menschliche Ohr bei Akustikinstrumenten besonders sensibel auf zu grobe Einstellungen reagiert. Deshalb ist zu empfehlen, dezent breitbandig anzuheben, damit ein natürlicher Gesamtklang erhalten bleibt.

Klingt die Akustik-Gitarre zu hohl, senken Sie bei 400 bis 800 Hz entsprechend ab.

 

Der Bereich zum Hervorheben des seidigen Klangs liegt bei der Akustik-Gitarre bei 4 kHz.

 

So beschneiden Sie auftretende Resonanzen

1.Schritt: Die potenziellen Resonanzfrequenzen können Sie schnell per Filter-Sweep ausfindig machen.

 

2. Schritt: Senken Sie die gefundene Resonanzfrequenz ab.

 

3. Schritt: Die besten Ergebnisse erreichen Sie, wenn Sie nicht nur die Problemfrequenz selbst, sondern auch ihre Oktave oder halbe Oktave dezent korrigieren.

 

Und so hören sich die frequenzbearbeiteten Gitarren im Mix an:

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erzeugen des optimalen Gitarren-Sounds durch den EQ im Mix.

Ihr Samplitude-Team