Drop the Bass – Mixing Workshop

Eine Betrachtung des Basses und seines Frequenzspektrums im Kontext des Gesamtmixes.

Wir brauchen Bass! Und der Bass braucht uns – zumindest im Mix. Schließlich beeinflusst der Bass nicht nur einen Großteil des Frequenzspektrums und bestimmt zusammen mit den Drums den rhythmischen Verlauf eines Songs, sondern legt mit seiner Energie auch den harmonischen Grundstein für die melodische Ausrichtung der anderen Instrumente im Mix. Grund genug, uns diesmal ausführlich mit der Frequenzbearbeitung des Basses auseinanderzusetzen.

Das Fundament eines Basssounds finden Sie zwischen 50 Hz und 100 Hz. In diesem Frequenzbereich entwickeln Sie auch klangliche Wärme bzw. den Bauch des Klangs. Ein nützlicher Trick, um die Bassfrequenzen zu betonen, besteht in der Zumischung eines tieffrequenten Sinustons mithilfe der Gate-Funktion. Hierbei steuert das Basssignal die gegatete 50Hz-Sinusspur über den Sidechain-Eingang des Gates.

Bass 1

Im Bereich zwischen 400 Hz und 800 Hz können Sie die Transparenz der Bassnoten erhöhen. Mehr Anschlag erreichen Sie durch eine Anhebung bei etwa 2,5 kHz, während die Präsenz durch eine Verstärkung bei 5 kHz erhöht werden kann.

Bass Sine

Hier die EQ-Empfehlungen für den Bass im Einzelnen:

Subbassbereich unter 30 Hz: LoCut
Bassbereich 50 Hz – 100 Hz (abhängig von der Kick): +4dB
Mitten 400 Hz (Finger) – 1 kHz (Plektrum): +4dB
Untere Höhen 2,5 kHz: +5dB
Mittlere Höhen 5kHz: +5dB

1. Schritt: Beim Bass treten meist störende Resonanzfrequenzen auf. Diese finden Sie, indem Sie mit aufgedrehtem Gain und hohem Q-Faktor durch das Frequenzspektrum fahren.

Bass Sweep 1

Die so ausfindig gemachten Störfrequenzbereiche senken Sie im nächsten Schritt schmalbandig ab.

Bass Sweep 2

2. Schritt: Hören Sie sich das Basssignal zusammen mit der Kickdrum an. So können Sie am Besten beurteilen, wo die beiden Instrumente sich die Frequenzen streitig machen und es zu Überlagerungen kommt, die zu einem matschigen Klangbild führen würden.

Sorgen Sie nun dafür, dass Sie bei geboosteten Frequenzen des einen Instruments eine Frequenzmulde für denselben Bereich des anderen Instruments erzeugen. Besonders wirksam ist diese Vorgehensweise im Bereich um die 100 Hz.

Kick Bass Mix 1

Achten Sie auch darauf, dass sich Kick und Bass im Bereich um 250 Hz nicht in die Quere kommen.

Kick Bass Mix 2

Durch diese komplementäre Bearbeitung von Frequenzbereichen für den Kick- und Bassklang verhindern Sie Probleme wie Überbetonungen, Druckverlust oder gar Auslöschungen der Signale.

3. Schritt: Schließlich wollen wir uns noch versichern, dass der Bass auch über Desktop-Lautsprecher deutlich zu hören ist. Dazu stellen wir im EQ der Mastersektion einen Bandpass ein, um den Übertragungsbereich kleiner Lautsprecher zu simulieren.

Drums Bass Mix Desktop 1

Hier kommt der Residualeffekt ins Spiel, der dafür sorgt, dass ein tiefer Basston auch über ein Abhörsystem wahrgenommen werden kann, das diese tiefen Frequenzen eigentlich gar nicht mehr überträgt. Vielmehr wird der eigentlich fehlende Grundton aufgrund der vorhandenen Obertonstruktur wahrgenommen, also vom Gehör eigentlich hinzugedichtet. Um dieses psychoakustische Phänomen zu erzeugen, spielen besonders die Frequenzen zwischen 1 kHz und 2 kHz eine wichtige Rolle. Anhebungen in diesem Bereich können dazu führen, den tiefen Grundton besser herauszustellen.

Drums Bass Mix Desktop 2

Wenn Sie nun den Bandpassfilter im Masterbereich wieder deaktivieren, hören Sie den vollen Sound Ihres Mixes und können sich dabei sicher sein, dass der Bassklang auch über kleine Lautsprecher gut übertragen wird.

Drums Bass Mix 1

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erzeugen des optimalen Basssounds durch den EQ im Mix.

Ihr Samplitude-Team