Drums im Mix 3

Durch Frequenzbearbeitung von Toms und Raummikrofonen verhindern Sie Phasenauslöschungen und sorgen für ein sattes Klangbild.

Auch eine hervorragende Schlagzeugaufnahme wird sich unter Umständen in der Mischung nicht durchsetzen können. Stellen Sie durch sorgfältigen Einsatz des Equalizers sicher, dass Grundtönen und Phasenauslöschungen genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. In diesem Tutorial erfahren Sie, wie Sie Toms und Overheads in Ihre Aufnahme integrieren und ein sattes Klangbild erzeugen

Toms

Allgemein gesprochen sollten alle verwendeten Toms in ihrer Klangfarbe aufeinander abgestimmt sein. Da bei Toms Nutzfrequenzen und Resonanzfrequenzen oft sehr nah beieinander liegen, seien Sie vorsichtig beim Abschneiden von Frequenzbereichen. Verstärken Sie den Grundtonbereich zwischen 100 Hz beim Floortom und 250 Hz beim hohen Racktom. Zwischen 600 und 800 Hz können Sie in der Regel den Klang ausdünnen. Um den Toms genügend Attack zu geben, boosten wir den Sound des Fellanschlags zwischen 3 und 5 kHz. Damit erreichen wir, dass sich die Toms im Mix behaupten. Die Betonung der Höhen zwischen 7 und 10 kHz verleiht den Toms zusätzlichen Glanz.

Hier die EQ-Empfehlungen für die Toms im Einzelnen:

Subbassbereich unter 60 Hz: LoCut
Bassbereich 100 - 250 Hz: +4dB
Fellanschlag 3 - 5 kHz: +5dB
Höhen 7 bis 10 kHz: +2dB

Hi-Tom

 

 

Mid-Tom

 

 

Lo-Tom

 

 

Tipp: Die unteren Mitten stellen darüber hinaus bei vielen Tom-Aufnahmen einen sensiblen Frequenzbereich dar. Wenn die Trommeln zu dumpf nachklingen, dämpfen Sie zwischen 350 und 450 Hz.

HiHat

 

Um das HiHat hell und crisp zu gestalten, betonen wir die Höhen mit einem Shelving Filter ab 12 kHz. Mit dem Anheben um die 200 Hz erreichen wir, dass der Stockanschlag auf das Becken hervorgehoben wird. Zwischen 1 und 5 kHZ können wir den HiHat-Sound dagegen unterdrücken, während wir es im Bereich von 6 - 7 kHz etwas mehr zum Scheinen bringen.

 

Overheads/Raummikrofonierung

Über die beiden Overhead-Mikrofone entsteht der räumliche Eindruck des gesamten Drum-Kits im Stereobild. Die Overheads vermitteln den Grundsound des Drums. Darüber hinaus wird speziell der Klang der Becken durch die Overheads transportiert.

 

Setzen Sie den Shelving Filter bei den Höhen ab etwa 11 kHz an, um den Overheads genügend Luft und Glanz zu verleihen. Den Frequenzbereich unter 100 Hz können Sie getrost mit einem Lo-Cut wegfiltern. Checken Sie außerdem die Frequenzbereiche um die 400 sowie um 800 Hz, da hier oft Klangbestandteile hervortreten, die die Drums stumpf klingen lassen.

 

Anhand der obigen Richtlinien können Sie auch noch weitere Signale von zusätzlich mikrofonierten Crash- oder Ride-Becken sowie weitere Raummikrofon-Anordnungen hinzumischen.

 

Achten Sie dabei jedoch darauf, dass es beim Mix vieler verschiedener Raummikrofone zu Phasenauslöschungen kommen kann, die den Klangeindruck sehr dumpf und drucklos werden lassen.

Tipp: Stellen Sie beim Mischen der Einzelsignale mit den Overheads sicher, dass die Panoramaeinstellungen der Einzelsignale und der Höreindruck des jeweiligen Einzelinstruments im Stereobild der Overheads übereinstimmen.

 

Loops

Wenn Sie den Drummix noch zusätzlich rhythmisch würzen wollen, fügen Sie der Mischung Drum- bzw. Percussion- oder Noiseloops hinzu und platzieren diese in musikalisch passenden Bereichen des Arrangements. Die Loops stellen neben der rhythmischen Komponente außerdem eine klangliche Bereicherung des bereits bestehenden Drum-Sounds dar. Da sich Loops meist jedoch über das gesamte Frequenzspektrum erstrecken, ist es notwendig sie frequenzmäßig auszudünnen, damit die Transparenz der Mischung nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

 

 

Bei der Einbindung von Loops zu einer bestehenden Schlagzeugmischung können wir uns auf den Frequenzbereich konzentrieren, dessen Charakter unseren Mix aufpeppen soll und alle anderen Frequenzen großzügig mittels Lo-Cut und Hi-Cut absenken.

 

Dies erreichen wir am Besten mit einer passenden Bandpass-Einstellung des EQs, wobei alle Frequenzen unterhalb und oberhalb des gewünschten Frequenzbandes abgeschnitten werden.

 

Passen Sie zu guter Letzt die eingebundenen Loops im Stereobild – vielleicht sogar durch Panoramaautomation – so an, dass ein dynamischer Höreindruck entsteht.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erzeugen des optimalen Drum-Sounds durch den EQ im Mix.

Ihr Samplitude-Team