Audioaufnahmen richtig vorbereiten

Perfekte Aufnahmen erfordern perfekte Maßnahmen – wir zeigen Ihnen, wie Sie Samplitude optimal auf jeden Take vorbereiten.

Diesmal wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie die richtigen Einstellungen treffen, damit Ihre Audioaufnahmen einwandfrei gelingen. So vermeiden Sie Verzögerungen beim Einspielen und erhalten saubere, verzerrungsfreie Recordings:

I. Audioeinstellungen

1. Schritt: Drücken Sie „Y“ auf der Tastatur, um die Audio-Einstellungen aufzurufen.

2. Schritt: Setzen Sie das Treibersystem auf „ASIO“. ASIO-Treiber ermöglichen Ihnen das Arbeiten bei geringen Latenzen und Echtzeit-Monitoring von VST-Plug-ins und virtuellen Instrumenten.

3. Schritt: Wenn Sie die On-board-Soundkarte Ihres Rechners verwenden, probieren Sie den „MAGIX Low Latency“-Treiber oder „ASIO4ALL“. Haben Sie dagegen ein(e) professionelle(s) Audiokarte/Audiointerface in Ihr System integriert, so stellen Sie den dafür vorgesehenen Treiber ein. In diesem Beispiel verwenden wir eine Soundkarte der Firma „M-Audio“ – also wählen wir als ASIO-Treiber „M-Audio Delta ASIO“.

4. Schritt: Der ASIO-Puffer ist standardmäßig auf 512 gesetzt. Experimentieren Sie mit diesem Wert, indem Sie diese Einstellung auf einen geringeren Wert setzen. Dazu klicken Sie auf die „Einstellungen“-Schaltfläche, um in die Bedienkonsole Ihres Audiogeräts zu gelangen. Abhängig von der Leistung Ihres Rechners können Sie nun den ASIO-Puffer und somit die Antwortzeit verringern. Insbesondere für das Monitoring beim Einsingen oder Live-Einspielen von Instrumenten sind möglichst niedrige Werte anzustreben, damit keine hörbaren Verzögerungen auftreten. Eine niedrigere ASIO-Puffereinstellung geht jedoch mit einer erhöhten Inanspruchnahme von Rechnerleistung einher. Die entsprechenden Ausgangs- und Eingangslatenzen werden stets angezeigt.

5. Schritt: Der VIP Objektpuffer gibt die Puffergröße für die interne Verarbeitung von Objekteffekten und Economy Spuren im Hybrid-Modus an. In allen anderen Monitoring-Modi bestimmt er ebenso die Puffergröße bei der Verarbeitung von Spureffekten. Mit kleinerer VIP Objektpuffergröße sinkt auch die Wiedergabeverzögerung (Latenz). Dabei kann es jedoch zur Überlastung des Prozessors kommen, was sich in Audioaussetzern äußert. Große Puffergrößen erhöhen zwar die Stabilität, aber auch die Latenz Ihres Systems. Im Feld darunter wird die resultierende Latenz für die jeweilige Puffereinstellung angezeigt.

Tip: Die VIP Objektpuffergröße sollte sich in der Regel im Bereich von 1024 Samples bis 8096 Samples bewegen.

Die VIP Objektpuffergröße muss mindestens so groß sein wie die ASIO-Puffergröße, beim Einsatz der Hybrid Engine sogar doppelt so groß.

6. Schritt: Device-Ansprache/Treiberkommunikation: Hier können Sie die Auswahl der Bitauflösung zur Ansprache von Audiogeräten treffen. Der voreingestellte Wert richtet sich nach der auf Ihrem System installierten Soundkarte.

7. Schritt: Schieben Sie unter „Monitoring Einstellungen“ den Schieberegler ganz nach rechts. Die Hybrid Audio Engine ermöglicht Audio-Monitoring durch den kompletten Mixer und berechnet dabei auch Playback-Spuren im Mixer mit kurzer Latenz. So erhalten Sie meist die besten Ergebnisse.

8. Schritt: Das Monitoring-Schaltverhalten setzen wir auf „Bandmaschinen-Monitoring“.

9. Schritt: Setzen Sie nun noch ein Häkchen bei „Mix-Input und Playback“. Somit ist bei aktivierter Spur-Monitoring-Schaltfläche das Input-Signal auch bei laufendem Playback zu hören.

II. Audio Devices

Hier konfigurieren wir die Eingänge und Ausgänge unseres Audiogeräts.

1. Schritt: Unter „Recording“ können Sie die verfügbaren Eingänge Ihrer Soundkarte aktivieren. Wir lassen die Eingänge 1 bis 4 aktiv. So haben wir 2 Stereo- oder 4 Monoeingänge zur Verfügung.

2. Schritt: Unter „Playback“ aktivieren wir Ausgang 1 + 2 für das Ausspielen der Stereosumme. Zusätzlich können wir auch noch die Ausgänge 3 + 4 anschalten, um darüber einen separaten Kopfhörermix auszuspielen.

3. Schritt: Sie können die Ein- und Ausgänge auch umbenennen – klicken Sie dazu einfach auf „Umbenennen“ und vergeben Sie neue Namen.

4. Schritt: Diese Ein- und Ausgänge sind auch über den Track Editor erreichbar.

III. Aufnahmeoptionen

1. Schritt: Nun öffnen wir die Aufnahmeoptionen. Diese können Sie über das „Wiedergabe“-Menü erreichen oder auch über einen Rechtsklick auf die Aufnahme-Schaltfläche.

2. Schritt: Hier bestimmen wir das Dateiformat für die Aufnahme. Wie Sie sehen, können Sie außer Wave u.a. auch MP3, Ogg Vorbis , FLAC auswählen.

3. Schritt: Stellen Sie nun den Aufnahmemodus (Bitrate, Stereo/Mono) und die Samplerate ein.

4. Schritt: Markieren Sie „Abspielen während der Aufnahme“, „VIP-Objekt erzeugen“ und „Objekt während der Aufnahme aktualisieren“, damit Sie den Aufnahmevorgang stets im Auge haben.

5. Schritt: Den Pfad zum Ordner für Ihre Aufnahmen und seinen Namen können Sie bestimmen, indem Sie auf das Ordner-Symbol klicken.

6. Schritt: Schließlich vergeben Sie Namen für die anstehenden Aufnahmedurchgänge. Wir nennen Sie „BassTake“. Jeder hinzugefügte Take erhält dadurch hinter dem Namen die entsprechende Nummerierung, z.B. 01, 02 etc.

IV. Spureinstellungen

1. Schritt: Zuerst benennen wir die aufzunehmende Spur mit „Bass“.

2. Schritt: Per Rechtsklick in den Spurnamen gelangen Sie in die Spureinstellungen. Hier geben Sie auch der Wave-Datei den Namen „Bass.wav“.

3. Schritt: Außerdem suchen wir uns noch eine Spurfarbe aus.

4. Schritt: Wenn Sie nur ein einzelnes Mikrofon angeschlossen haben, wählen Sie „mono“ und als Audio Input einen einzelnen Eingang. Außerdem schalten Sie die Spur durch Klick auf die Aufnahmeschaltfläche in Aufnahmebereitschaft.

5. Schritt: Steuern Sie das Eingangssignal an Ihrem externen Verstärker bzw. Ihrem Soundkarteneingang so aus, dass die Pegelanzeige möglichst nah an 0 dB heranreicht, diesen Wert aber nie ganz erreicht.

V. Metronomeinstellungen

1. Schritt: Mittels Rechtsklick auf die „Click“-Schaltfläche in der Transportkonsole öffnen Sie die Metronomeinstellungen.

2. Schritt: Hier wählen wir „Bei der Aufnahme aktiv“, bestimmen die Anzahl der Takte für den Vorzähler und setzen das Häkchen bei „Klicks nur während des Vorzählers“. Wenn Ihnen die voreingestellten Metronom-Sounds nicht gefallen, können Sie auf die Ordnersymbole klicken und sich aus dem Ordner „fx-presets“ andere Klicks aussuchen.

Mit diesen Einstellungen hören wir das Metronom zwei Takte lang, bevor die Aufnahme tatsächlich beginnt.

VI. Aufnahme

Nun ist es soweit: Sie haben alle Einstellungen vorgenommen und können mit dem Aufnehmen beginnen.

1. Schritt: Starten Sie die Aufnahme mit dem Tastaturkürzel „R“ oder der „Aufnahme“-Schaltfläche der Transportkonsole.

2. Schritt: Drücken Sie die Leertaste Ihrer Computertastatur oder abermals die „Aufnahme“-Schaltfläche der Transportkonsole, um die Aufnahme zu beenden.

Damit ist die Aufnahme im Kasten! Bitte führen Sie die Aufnahmevorbereitungen immer gewissenhaft durch, damit Sie vor unliebsamen Überraschungen beim Anhören Ihrer Aufnahmen geschützt sind. Nun können Sie sich beim Recording auf die Performance des Künstlers konzentrieren und diese immer optimal einfangen.

Ihr Samplitude-Team